Tennisarm: Wenn der Ellenbogen schmerzt

Tennisarm

Seinen Namen hat er vom Tennisspielen – allerdings kommen die für ihn charakteristischen Schmerzen im Ellbogen mittlerweile öfter bei Menschen vor, die diesen Sport gar nicht betreiben. So tritt der Tennisarm häufig bei Bauarbeitern, Handwerkern oder Menschen auf, die viel am Computer sitzen bzw. mit der Computermaus hantieren. Oder auch nach Beschäftigungen im Haushalt und Garten, die über längere Zeit mit monotonen Armbewegungen verbunden sind (z.B. Heckenschneiden).

Entzündung am Sehnenansatz

Wer in die Pedale tritt, kräftigt damit nicht nur seine Beinmuskulatur. Auch zahlreiche andere Muskeln werden aktiviert: etwa die den Körper stabilisierende Rumpfmuskulatur an Bauch, Rücken und Gesäß oder die Muskeln von Schulter und Armen. Die regelmäßige Bewegung trainiert den Stoffwechsel und verbessert Aufbaufähigkeit und Fettverbrennungskapazität der Muskeln. Die Muskulatur wirkt nach außen hin straffer, gleichzeitig kann sie besser das Skelettsystem stützen.

Überforderung der Streckmuskulatur

Was dahinter steckt: Monotone, einseitige Hand- und Armbewegungen überfordern die Streckmuskulatur des Unterarms, die für die Bewegung der Finger und des Handgelenks zuständig ist. Die Muskeln verhärten, verspannen oder verkürzen sich, gereizt wird aber eben vor allem der Sehnenansatz am Ellenbogen. Überwiegend treten die Beschwerden unter Belastung bzw. Bewegung auf, seltener auch in Ruhe. In manchen Fällen können auch Verspannungen im Nacken-Schulter-Bereich für einen Tennisarm verantwortlich sein.

Abklärung beim Arzt

Der Arzt stellt die Diagnose in der Regel durch eine körperliche Untersuchung. Manchmal wird er auch andere Ursachen für Schmerzen im Ellenbogen ausschließen wollen, zum Beispiel mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung. Steht die Diagnose Tennisarm fest, dann sollte der Arm zunächst geschont und die auslösende Tätigkeit für eine Weile ausgesetzt werden. Entlastend für Muskulatur und Sehnen wirken eine Ellbogenbandage oder eine sogenannte Epicondilytis-Spange. Bei starken Schmerzen kann der Arzt lokal Kortison spritzen. Das bringt kurzfristig Linderung, eignet sich aber keinesfalls für eine Dauerbehandlung.

Besonders hilfreich: Physiotherapie

Studien haben gezeigt, dass physiotherapeutische Verfahren bzw. Krankengymnastik beim Tennisarm besonders gut helfen und anderen Behandlungsmethoden (etwa Kälteanwendungen, Salbenverbänden, Ultraschall- oder Elektrotherapie) in manchen Punkten überlegen sind. Je nach Ursache der Beschwerden werden bei der Physiotherapie mehr die Muskeln am Unterarm oder im Schulter-Nacken-Bereich trainiert und gedehnt. Einige dieser Übungen lassen sich nach Anleitung dann auch alleine zu Hause oder am Arbeitsplatz durchführen. Eine spezielle von Physiotherapeuten angewandte Massage ist die sogenannte Querfriktion, bei der der schmerzhafte Sehnenansatz quer zur Faserrichtung massiert wird.

OP nur in seltenen Fällen

Hat die konservative, also nicht-chirurgische Therapie auch längerfristig keine Linderung gebracht, dann kommt als letzte Behandlungsmöglichkeit eine Operation in Frage. Dabei löst der Chirurg die Sehne teilweise vom Knochen, sie wächst dann weiter unten wieder an. Zusätzlich kann er das Nervengewebe veröden, das den schmerzempfindlichen Bereich versorgt. Die Operation ist aber nur in seltenen Fällen wirklich notwendig.

Vorbeugung ist möglich

Vorzubeugen ist dem Tennisarm durch die richtige Bewegungstechnik, die eine Überanstrengung vermeidet – egal, ob es sich dabei ums Tennisspielen oder handwerkliche Tätigkeiten handelt. Tennisprofis zum Beispiel scheinen kaum unter einer Epicondylitis zu leiden. Wer viel am Computer sitzen muss, dem helfen ein Auflagepolster vor der Tastatur sowie eine ergonomisch geformte Maus. Außerdem sollte die Tastatur leichtgängige Tasten haben, damit beim Tippen möglichst wenig Kraft aufgewendet werden muss.

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