Inhalieren: Befreiung für die Atemwege

Inhalieren

Winterzeit ist Erkältungszeit – und damit Hochsaison für verstopfte Nasen und lästigen Husten. Was dahinter steckt: Die oberen und unteren Luftwege sind in der kalten Jahreszeit anfälliger für Keime. Bei einer Infektion schwellen sie an und produzieren vermehrt Sekret, der Schleim verstopft Nase, Nebenhöhlen und Bronchien. Ein gutes Mittel dagegen sind Inhalationen. Sie lindern die Beschwerden und bekämpfen gleichzeitig ihre Ursachen. Vorausgesetzt, es wird richtig inhaliert.
Dampfbad mit Kamille oder ätherischen Ölen

Die klassische und einfachste Methode besteht darin, sich über eine Schüssel mit heißem Wasser zu beugen, ein Handtuch über den Kopf zu ziehen und den Wasserdampf mit tiefen, ruhigen Atemzügen einzuatmen. Als beizugebende Substanzen bewährt haben sich Pflanzen, deren Extrakte und ätherische Öle.
Kamillenblüten, Salbei-, Thymian- oder Minzblätter werden mit dem heißen Wasser übergossen. Extrakte in flüssiger Form bzw. ätherische Öle – etwa aus Eukalyptus, Fichtennadeln oder Latschenkiefern – lässt man in den Wassertopf hineintropfen. Der Wasserdampf befeuchtet die Schleimhäute, im Zusammenspiel mit den darin enthaltenden flüchtigen Substanzen macht dies zähen Schleim flüssiger und wirkt entzündungshemmend.

Plastik-Inhalator als Alternative

Da ätherische Öle die Augen reizen, sollte man diese beim Inhalieren geschlossen halten. Alternativ zur Schüssel-Methode kann man sich in der Apotheke für wenig Geld einen einfachen Plastik-Inhalator besorgen. Er besteht aus einem Innentopf, einem Gehäuse mit Griffen und einer Mund-Nasen-Maske. Damit bleiben die Augen beim Inhalieren frei. In den Innentopf füllt man eine bestimmte Menge Wasser und gibt den Inhalierzusatz dazu. Der Inhalator hat zudem den Vorteil, dass Wasserdampf und Wirkstoffe gezielter in die Atemwege gelangen können. Generell sind bei Erkältungen zwei bis drei Inhalationen von jeweils fünf bis zehn Minuten hilfreich.

Vorsicht bei Kleinkindern und Asthma

Bei kleineren Kindern sollte auf das Inhalieren mit ätherischen Ölen verzichtet werden, da diese zu Atemnot führen können. Das gilt auch für ältere Kinder und Erwachsene, wenn sie unter einer chronischen Atemwegserkrankung wie Asthma oder obstruktiver Bronchitis leiden. Besonders wichtig bei Kindern ist zudem, Verbrühungen mit dem heißen Wasser vorzubeugen und das Inhalieren am besten zu überwachen. Für Säuglinge und Kleinkinder gibt es auch milde Inhaliersalben und -tropfen, die statt in Wasser aufgelöst auf Brust und Rücken aufgebracht werden und dort mit der Zeit verdampfen.

Manchmal wird ein Vernebler gebraucht

Bei starken Erkältungen mit schleimigem Husten, bei denen sich Sekret in den Bronchien festgesetzt hat, helfen die zuvor beschriebenen Dampf-Inhalationen allerdings kaum. Denn die dabei freigesetzten Wassertröpfchen sind zu groß, um in die feinen Verästelungen der Bronchien zu gelangen. In diesen Fällen wird der Einsatz eines Verneblers empfohlen: Dabei handelt es sich um ein elektrisches Inhaliergerät, das in der Regel mit 0,9prozentiger (in der Apotheke erhältlicher) Kochsalzlösung befüllt wird und diese zerstäubt. Damit lässt sich dann auch zäher Husten lösen. Vernebler eignen sich ebenfalls dazu, Medikamente in die Bronchien zu bringen.

Prinzipiell gilt: Inhalieren ist eine bewährte Methode zur Selbsthilfe bei Erkältungen. Natürlich hat sie auch ihre Grenzen. Wenn zur Erkältung etwa Atemnot, starker Kopfdruck oder Fieber über 39 Grad hinzukommen oder Schnupfen und Husten auch nach mehr als einer Woche ohne Besserung fortbestehen, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.