Gesund und fit durch Radfahren

Rauf aufs Rad und etwas für die Gesundheit tun. Das ist das ganze Jahr über möglich, doch Frühling und Sommer laden besonders dazu ein. Von regelmäßigem Radeln profitieren dabei sowohl der Körper als auch die Seele.

Allround-Muskeltraining

Wer in die Pedale tritt, kräftigt damit nicht nur seine Beinmuskulatur. Auch zahlreiche andere Muskeln werden aktiviert: etwa die den Körper stabilisierende Rumpfmuskulatur an Bauch, Rücken und Gesäß oder die Muskeln von Schulter und Armen. Die regelmäßige Bewegung trainiert den Stoffwechsel und verbessert Aufbaufähigkeit und Fettverbrennungskapazität der Muskeln. Die Muskulatur wirkt nach außen hin straffer, gleichzeitig kann sie besser das Skelettsystem stützen.

Gelenkschonender Ausdauersport

Radfahren ist eine ideale Möglichkeit, nach und nach seine körperliche Ausdauer und Fitness zu steigern. Ein großer Vorteil im Vergleich zu anderen Ausdauersportarten besteht darin, dass es ausgesprochen gelenkschonend ist. Da der größte Teil des Körpergewichts im Sattel lagert, werden Knie- und Hüftgelenke weit weniger belastet als beim Joggen. Das ist vor allem für Übergewichtige von Bedeutung. Gleichzeitig nützt die regelmäßige Bewegung den Gelenken. Der Knorpel wird besser mit Sauerstoff versorgt und das Risiko einer Gelenkarthrose vermindert.

Radeln als Kalorienfresser

Auch Fettpölsterchen lässt sich mit dem Fahrrad zu Leibe rücken. Der Kalorienverbrauch liegt zwar etwas niedriger als beim Joggen oder Schwimmen, kann sich aber dennoch sehen lassen. Wer 70 Kilo wiegt und gemütlich mit einer Geschwindigkeit von 15 km/h radelt, verbrennt etwa 400 Kilokalorien pro Stunde. Schnelleres Radeln, eine schwierigere Strecke oder Gegenwind steigern den Kalorienverbrauch. Zunächst werden Kohlehydrate verbrannt, dann geht es an die Fettreserven. Radfahren aktiviert wie andere Ausdauersportarten auch den Blutzucker- und den Fettstoffwechsel: Der Anteil des „guten“ HDL-Cholesterins (Schutzfaktor in Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen) im Blut steigt, der Anteil des „schlechten“ LDL-Cholesterins (Verursacher von Gefäßverkalkungen) geht zurück. Ebenso sinkt der Blutzuckerspiegel.

Schutz für Herz und Kreislauf

Die günstige Wirkung auf den Blutzucker- und Fettstoffwechsel ist nur einer der Gründe, warum Radfahren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt. Weitere sind: Regelmäßiges Radeln kurbelt den Kreislauf und damit die Sauerstoffversorgung an. Es kräftigt den Herzmuskel, vergrößert dessen Schlagvolumen und verbessert damit seine Pumpfunktion. Die Herzfrequenz wird reduziert, das Herz kann ökonomischer arbeiten und wird weniger belastet. Schätzungen zufolge sinkt das Risiko für einen Herzinfarkt oder eine andere Herz-Kreislauf-Erkrankung bei Radlern und anderen Ausdauersportlern um bis zu 50 Prozent. Wichtig ist dabei allerdings die Regelmäßigkeit der körperlichen Aktivität – als Richtwert werden fünf Mal pro Woche 30 Minuten Bewegung empfohlen.

Besser gegen Stress gewappnet

Nicht zu unterschätzen sind die positiven Auswirkungen des Radfahrens auf die Psyche. Wer öfter Ausdauersport treibt, ist besser gegen Stress gewappnet und hat eine positivere Grundstimmung. Dazu trägt zum Beispiel bei, dass nach etwa einer halben Stunde körperlicher Aktivität „Glückshormone“ (Endorphine u.a.) ausgeschüttet werden. Zudem wirkt das Bewusstsein, körperlich aktiv zu sein, Angstgefühlen oder Depressionen entgegen. Doch oft macht Radfahren einfach auch nur Spaß – natürlich besonders bei schönem Wetter.

Gut vorbereitet aufs Rad

Radfahren eignet sich für fast alle Menschen. Wer allerdings längere Zeit körperlich inaktiv war oder von einer chronischen Krankheit (insbesondere Herz-Kreislauf-Leiden) betroffen ist, sollte vor der Eröffnung seiner persönlichen Fahrradsaison sicherheitshalber einen Check-up in der Arztpraxis vorsehen. Selbstverständlich sollte es sein, das Rad auf sicherheitsrelevante Aspekte wie Bremsen hin überprüft zu haben, gegebenenfalls im Fachgeschäft. Dort kann man sich bei Bedarf auch Sattel und Lenker einstellen lassen, damit eine bequeme und haltungsschonende Sitzposition gewährleistet ist. Je nach Art und Intensität des Radsports kann spezielle Radfahrerkleidung sinnvoll sein. Das größte Gesundheitsrisiko beim Radeln sind Stürze – vor den dabei besonders gefürchteten Kopfverletzungen schützt der passende Fahrradhelm.

Weitere Infos und Tipps rund um gesundes Radfahren gibt es z.B. auf der Website des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC):