Blutdruck: Mit Selbstmessung immer im Blick

Blutdruck-Selbstmessung

Hoher Blutdruck tut nicht weh, dennoch ist er gefährlich. So attackiert er die Blutgefäße und kann langfristig zum Beispiel zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Jeder sollte deshalb seine Blutdruckwerte kennen. Sie regelmäßig selbst zu messen, empfiehlt sich ganz besonders allen Patienten, die einen bekannten Bluthochdruck (Hypertonie) haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie ihn mit Medikamenten senken oder durch veränderte Ernährung, Gewichtsabnahme oder mehr Bewegung gegensteuern. Mit der Selbstmessung hat man seinen Blutdruck immer im Blick und kann gemeinsam mit seinem Arzt für bessere Therapieerfolge sorgen.

Aussagekräftige Alltags-Werte

Blutdruckwerte, die kontinuierlich unter Alltagsbedingungen bzw. selbst zu Hause gemessen werden, sind aussagekräftiger als Einzelmessungen beim Arzt. Denn letztere stellen immer nur eine Momentaufnahme dar. Zudem sind manche Patienten in der Arztpraxis „nervöser“: Das kann die Werte nach oben verschieben.
Idealerweise sollten Hypertonie-Patienten einmal täglich ihren Blutdruck kontrollieren und aufschreiben. Damit lässt sich die Wirkung der vom Arzt verschriebenen Medikamente überprüfen und beobachten, welchen Einfluss die eigene Lebensführung und nicht-medikamentöse Maßnahmen auf den Blutdruck haben.

Regeln für richtiges Messen

Für die Selbstmessung am Oberarm oder Handgelenk gibt es automatische Geräte, die einfach zu handhaben sind. Allerdings sind dabei ein paar Regeln zu beachten:

  • Messen Sie immer im Sitzen, nachdem Sie sich ein paar Minuten ausgeruht haben.
  • Überprüfen Sie Ihre Werte möglichst zur gleichen Tageszeit, da der Blutdruck im Tagesverlauf schwankt – am besten messen Sie morgens vor dem Frühstück und vor Einnahme der Medikamente.
  • Wählen Sie stets den gleichen bzw. richtigen Arm: Ab einem Druckunterschied zwischen rechts und links von 10 mm Hg ist das der Arm mit den höheren Werten.
  • Legen Sie die Blutdruckmanschette immer fest an und messen Sie in Höhe des Herzens. Darauf muss besonders bei Handgelenkgeräten geachtet werden: Liegt der Messpunkt tiefer als das Herz, sind die gemessenen Wert zu hoch, liegt der Messpunkt höher, sind die Werte zu niedrig.
  • Es ist sinnvoll, die Messung nach ein bis zwei Minuten zu wiederholen. Meist liegt der zweite Wert etwas niedriger, es sollte dann dieser notiert werden.
  • Besonderheiten gibt es für Patienten mit Herzrhythmusstörungen, die die Blutdruckmessung etwas erschweren. Diese Patienten sollten den Blutdruck im Abstand von zwei Minuten dreimal hintereinander messen und daraus einen oberen und unteren Mittelwert berechnen.

Tipp: Lassen Sie sich die Blutdruck-Selbstmessung in Ihrer Arztpraxis einmal kurz erklären, um sie dann richtig zu Hause durchführen zu können.

Welches Gerät wählen?

Das Angebot an Geräten für die Selbstmessung ist groß. Geeicht sind alle, doch messen nicht alle immer wirklich genau. Die Deutsche Hochdruckliga prüft regelmäßig neue Blutdruckmessgeräte und verleiht ein Prüfsiegel für deren Messgenauigkeit. Dennoch wird empfohlen, beim in Frage kommenden Apparat vor dem Kauf eine Vergleichsmessung mit einem „klassischen“ Gerät zu machen, bei dem sich die Blutdruck-Klopftöne per Stethoskop abhören lassen. Das sollte in Sanitätshäusern und Apotheken möglich sein.

Die Selbstmessung mit Oberarm-Geräten gilt vielfach als zuverlässiger, dennoch zeigen Testergebnisse, dass auch Handgelenk-Geräte durchaus gute Ergebnisse liefern. Weicht der Oberarmumfang von der Norm ab, sollte man bei Oberarm-Geräten die Manschette gegen eine breitere oder schmälere tauschen.

135/85 mm Hg: Der Grenzwert bei Selbstmessung

Der selbst gemessene Blutdruckwert ist noch in Ordnung, wenn er unter 135/85 mm Hg liegt. Als ideal gilt ein Blutdruck von etwa 120/80 mm Hg. Wichtig ist, die von Ihnen gemessenen Werte mit Datum und Uhrzeit aufzuzeichnen, am besten in einem Blutdrucktagebuch bzw. Blutdruckpass. Das ermöglicht eine gute Verlaufs- und Erfolgskontrolle, die Sie beim nächsten Praxisbesuch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen können.

Weitere Informationen zum Thema gibt es z. B. bei der Deutschen Hochdruckliga