Grippe-Schutz: Wer sollte sich impfen lassen?

Grippe-Schutz: Wer sollte sich impfen lassen?

Im Winterhalbjahr haben sie wieder Hochsaison: Erkältungen (grippale Infekte) und die echte Virus-Grippe (Influenza). Diese unterscheiden sich allerdings erheblich – auch wenn viele Menschen bereits von „Grippe“ reden, wenn die Nase zu laufen und der Hals zu kratzen beginnt. Mögliche Warnzeichen für die echte, durch Influenza-Viren verursachte Grippe sind plötzlich auftretendes hohes Fieber, ausgeprägte Kopf- und Gliederschmerzen, trockener Husten, Abgeschlagenheit und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl.

Zwar ist die echte Grippe deutlich seltener als grippale Infekte es sind, dafür kann sie jedoch schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Deshalb raten Experten besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen zur Grippeschutzimpfung.

Risiko durch schwache Abwehrkräfte

So empfiehlt das für die Grippeüberwachung in Deutschland zuständige Robert Koch-Institut die Impfung allen Menschen über 60 Jahren. Denn mit zunehmendem Alter ist das Immunsystem und damit die körpereigene Abwehr nicht mehr so leistungsfähig wie in jungen Jahren: Eine Grippeinfektion, die jüngere, ansonsten gesunde Erwachsene relativ einfach „wegstecken“, kann bei älteren und immungeschwächten Menschen deren Abwehrkräfte weiter vermindern – und zum Beispiel zu einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung oder zu Schädigungen des Herz-Kreislauf-Systems führen.

Vorsorge für sich selbst – und für andere

Weil sie ebenfalls besonders gefährdet sind, wird die Impfung – altersunabhängig – auch allen chronisch Kranken empfohlen. Dazu gehören etwa Menschen mit einem chronischen Leiden der Atemwege, des Herzens, der Nieren, mit Diabetes oder einer anderen Stoffwechselkrankheit. Seit 2010 gilt die Impfempfehlung des RKI darüber hinaus für Schwangere (bei gesunden Frauen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, sonst auch schon im ersten). Außerdem sollte sich impfen lassen, wer beruflich viel mit anderen Menschen in Kontakt kommt – insbesondere in Gesundheitsberufen, um nicht nur sich selbst vor einer Infektion zu schützen, sondern auch um andere nicht anzustecken. Bei allen genannten Risikogruppen übernehmen die Krankenkassen die Kosten der Impfung.

Bestmöglicher Schutz bei jährlicher Impfung

Der Influenza-Impfstoff enthält Bestandteile (sogenannte Antigene) der Virustypen, die in der jeweiligen Saison für die meisten Grippe-Erkrankungen beim Menschen verantwortlich sind. Seine Zusammensetzung wird von der Weltgesundheitsorganisation festgelegt. Der Impfstoff kann von Jahr zu Jahr bzw. Saison zu Saison variieren, da sich in diesem Zeitraum sehr oft auch die Eigenschaften der Influenza-Viren ändern. Deshalb sollte eine Grippe-Impfung jedes Jahr erneut durchgeführt werden. Sie garantiert zwar keinen hundertprozentigen Schutz, doch selbst wenn es zu einer Influenza-Infektion kommen sollte, verläuft diese bei Geimpften in der Regel milder und ohne Komplikationen. Übrigens enthält der Impfstoff mittlerweile auch eine H1N1-Komponente, um gleichzeitig vor der Schweinegrippe zu schützen.

Gute Verträglichkeit

In aller Regel wird die Influenza-Impfung (üblicherweise injiziert der Arzt den Impfstoff in den Oberarm) gut vertragen. Wie auch bei anderen Impfungen kann es zu vorübergehenden lokalen Hautreaktionen kommen. Gelegentlich treten leichte Erkältungssymptome auf, die aber nach ein bis zwei Tagen wieder verschwunden sind. Wichtig: Wer akut einen fieberhaften Infekt (ab 38,5 °C) oder eine andere schwerere akute Infektion hat, sollte warten und die Impfung erst nach deren Abklingen vornehmen lassen. Nicht mit den üblichen Influenza-Impfstoffen geimpft werden dürfen Personen mit einer schweren Allergie gegen Hühnereiweiß – für sie ist seit kurzem jedoch ein hühnereiweißfreier Impfstoff verfügbar. Erhältlich ist die Grippeschutzimpfung vor allem in allgemeinmedizinischen, internistischen oder frauenärztlichen Praxen, sie kann aber auch von jedem anderen Arzt durchgeführt werden.

Ideale Impfmonate: Oktober und November

Bis nach erfolgter Influenza-Impfung der Impfschutz vollständig aufgebaut ist, vergehen zehn bis 14 Tage. Um rechtzeitig für die Grippe-Saison (in Mitteleuropa meist zwischen Dezember und April) gewappnet zu sein, sind Oktober und November die idealen Impfmonate. Aber auch danach macht die Impfung noch Sinn – vor allem, wenn eine Grippewelle im Anmarsch ist.