Eisen: Zu wenig macht kraftlos

Eisenmangel

Eisen ist für den Körper unverzichtbar. Allerdings sind viele Menschen damit unterversorgt. Sie fühlen sich dann zum Beispiel abgeschlagen, kraftlos oder unkonzentriert. Dabei lässt sich Eisenmangel meist gut vorbeugen oder beheben.

Als essentielles Spurenelement spielt Eisen eine Schlüsselrolle bei der Sauerstoffversorgung (rund 60 Prozent des Körpereisens sind an den Blutfarbstoff Hämoglobin gebunden). Wichtige Funktionen hat es z.B. aber auch bei Stoffwechselvorgängen in der Zelle, bei der Immunabwehr und bei der Blutbildung. Eisen muss dem Körper von außen zugeführt werden.
Der Tagesbedarf liegt für Männer bei etwa 10 Milligramm (mg), für Frauen vor den Wechseljahren – wegen des mit der Regel verbundenen Blutverlusts – bei etwa 15 mg.

Wie Eisenmangel entsteht

Ein Mangel entsteht, wenn der Körper weniger Eisen aufnimmt als er benötigt oder es zu einem übermäßig starken Verlust bereits aufgenommenen Eisens kommt. In bestimmten Situationen ist der Eisenbedarf erhöht, insbesondere während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit, aber auch während des Wachstums.

Eisenarme Ernährung kann z.B. bei Vegetariern vorkommen, wenn Fleisch als typische Eisenquelle nicht anderweitig durch eisenreiche pflanzliche Lebensmittel ersetzt wird. Erhöhte Eisenverluste gibt es etwa bei übermäßig starker Regelblutung, unbemerkten Blutungen im Magen-Darm-Trakt sowie nach größeren Operationen und Verletzungen mit Blutverlust.

Müde, abgeschlagen, unkonzentriert?

Zu den häufigsten Symptomen eines Eisenmangels gehören Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Konzentrationsstörungen, manchmal auch psychische Labilität oder depressive Verstimmungen. Diese Anzeichen müssen aber nicht immer auftreten. Andererseits können sie natürlich auch Ausdruck ganz anderer Befindlichkeitsstörungen oder Erkrankungen sein.

Hat der Eisenmangel zu einer Anämie (Blutarmut) geführt, weil nicht mehr genug Hämoglobin in den Blutkörperchen vorhanden ist, zeigt sich dies oft auch durch blasse Haut und blasse Schleimhäute. Weitere Eisenmangel-Anzeichen können brüchige Nägel, Risse in den Mundwinkeln oder eine erhöhte Neigung zu Infekten sein.

Ob hinter all diesen Symptomen ein Eisenmangel steckt, lässt sich beim Arzt durch eine Blutuntersuchung überprüfen. Der Arzt wird dabei neben der Hämoglobin-Konzentration insbesondere auch den Wert des Eisenspeicher-Eiweißstoffs Ferritin vom Labor bestimmen lassen.

Auf ausgewogene Ernährung achten

Um einem Eisenmangel vorzubeugen, reicht es – bei ansonsten gesunden Personen – im Regelfall aus, wenn sie sich ausgewogen ernähren. Als sehr guter Eisenlieferant gilt Fleisch (vor allem Leber). Aber auch verschiedene pflanzliche Lebensmittel sind reich an Eisen: Dazu gehören Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Spinat und verschiedene Gewürze (Petersilie, Minze, Thymian).

Eisen aus tierischen Produkten nimmt der Organismus leichter auf als das aus pflanzlichen. Fördern lässt sich die Eisenaufnahme durch Vitamin C. Deshalb ist vor allem Vegetariern zu empfehlen, an Eisen reiche Lebensmittel mit solchen zu kombinieren, die viel Vitamin C enthalten (z.B. frischer Orangensaft, Kohlgemüse, Salatdressing mit Zitronensaft oder frisches Obst als Dessert).

Eisenersatz mit Tabletten oder Tropf

Liegt eine ausgeprägte Unterversorgung mit Eisen vor, wird sich diese mit spezieller Kost allein kaum beheben lassen. Es gilt, die Ursache für den Eisenmangel herauszufinden und das fehlende Eisen zu ersetzen. Letzteres kann insbesondere in Form von Eisentabletten erfolgen. Sie sind ein- bis zweimal täglich einzunehmen, eine dadurch auftretende Schwarzfärbung des Stuhls ist normal. Allerdings haben sie nicht selten auch unerwünschte Wirkungen, vor allem im Magen-Darm-Trakt (Übelkeit, Völlegefühl oder Verstopfung). Dann kann das Präparat gewechselt werden.

Verträgt der Patient die Eisentabletten weiterhin nicht gut oder wird ihr Wirkstoff vom Darm nicht richtig aufgenommen, lässt sich das fehlende Eisen auch über eine bzw. mehrere Infusionen ersetzen.

Zwar sind Eisenpräparate frei verkäuflich und werden auch als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Dennoch sollte man sie nicht in größeren Mengen bzw. über längere Zeit „auf eigene Faust“ einnehmen, weil dann die Gefahr von Überdosierungen und daraus resultierenden Organschäden besteht. Am besten ist es, man lässt die Eisenersatz-Therapie vom Arzt kontrollieren.